Die andalusische Abstammung reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Höhlenmalereien, die auf der iberischen Halbinsel entdeckt wurden und auf 20000 bis 30000 v. Chr. datiert sind, zeigen das iberische Pferd deutlich. Man nimmt an, dass die Rasse im Laufe der Zeit durch Pferdestämme der französischen Kelten, Karthager, Römer, mehrerer germanischer Stämme und der Mauren beeinflusst wurde.

Diese edle Rasse wurde vom griechischen Philosophen und Heerführer Xenophon als ein entscheidendes Element für den Sieg seiner Armee über Sparta genannt. Der bekannte Kommandant Hannibal benutzte Andalusier, als er in Italien einfiel. Beide dieser geschätzten Krieger wuchsen beredt in ihrem Lob des spanischen Pferdes.

Richard de Belisme, Herzog von Shrewsbury, wird zugeschrieben, dass er 1188 Andalusier nach Großbritannien importierte. Während der Herrschaft von Richard I. bevorzugten die Ritter seines Hofes das Ross für Kampf- und Turnierspiele. Und der Herzog von Newcastle schrieb 1667 über die großen Eigenschaften der Rasse.

Im Jahre 1580 wurden einige der besten Exemplare der Rasse nach Lipizza (damals Italien, heute Slowenien) importiert, um mit einheimischen Tieren gezüchtet zu werden und die Grundlage für die berühmten Lipizzaner zu bilden. Die Spanische Hofreitschule in Wien, Österreich führte regelmäßig einen Andalusier in die Blutlinie ein, um die ursprünglichen Eigenschaften, die bei den Lipizzanern so begehrt waren, zu erhalten. Ihre Bemühungen trugen dazu bei, die Schule als ein lebendiges Denkmal der klassischen Reitkunst zu etablieren, wobei die andalusische Rasse ein wichtiger Faktor war.

Viele Pferderassen wurden durch sorgfältige Einkreuzung durch die Einführung des Andalusierstammes in ihre Blutlinien verbessert. In der Tat war der Andalusier die wichtigste und einflussreichste Sorte bei der Stärkung, Schaffung und Verbesserung von Rassen auf der ganzen Welt. Nicht nur die Lipizzaner, sondern auch die meisten deutschen Warmblüter, die Connemara von Irland, die Cleveland Bay von England, das American Quarter Horse und der Paso Fino von Südamerika haben das Blut des Andalusiers zu ihren Wurzeln. Obwohl der Andalusier zur Einkreuzung und Verbesserung anderer Blutlinien verwendet wurde, behält dieses prächtige Pferd heute die Qualitäten, die es in den vergangenen Jahrhunderten so bewundert haben. Es bleibt konstant und wunderbar, im Bild seiner Vorfahren.

Die Andalusier werden von ihrem Heimatland Spanien als “Pura Raza Espanola” (Reines Spanisches Pferd, oder PRE) bezeichnet. Vor etwa 60 Jahren wurde die Unterscheidung zwischen dieser Rasse und dem Lusitano von Portugal, der auch als iberisches Pferd bezeichnet wird, getroffen. Die heutigen Andalusier werden von den Spaniern in ein eigenes Zuchtbuch eingetragen. Sie sind sehr stolz auf diese alte und edle Rasse. Die spanische Regierung fördert aktiv den Einsatz der Andalusierin in der klassischen Dressurausbildung, im Show- und Wettkampfsport. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Wendigkeit werden sie auch von den staatlich sanktionierten Stierkampfarenen eingesetzt.

Eigenschaften und Konformität

Der Andalusier wird allgemein als kräftig gebaut, aber dennoch elegant beschrieben. Sein Kopf ist mittellang, rechteckig und schlank. Im Profil kann sie leicht konvex oder gerade erscheinen, mit einer breiten Stirn und gut abgesetzten Ohren. Die Augen sind groß, ovalförmig und lebendig. Der Hals ist von angemessener Länge, dick, ohne unproportional zu sein, aber dennoch elegant und gut behaart bei Hengsten. Die Schultern sind gut ausgeprägt, der Rücken ist kurz, und die Hinterhand ist breit und muskulös. Die Mähne und der Schweif sind dick und reichlich vorhanden. Der Schwanz ist tief angesetzt, das Steißbein ist lang und liegt eng am Körper an.

Die Höhe reicht von 15,2 bis 16,2 Hände (152,9 50 164,6 cm. oder 60,8 60 64,8 in.), was den Andalusier von durchschnittlicher Größe macht. Etwa 80% der Pferde sind weiß oder in Schimmeln gehalten. Etwa 15% sind rotbraun, und weniger als 5% sind schwarz, palomino oder graubraun. Alle diese Farben sind für reinrassig registrierte Pferde geeignet.

Ihr Temperament ist gefügig und doch stolz. Die Rasse ist von Natur aus sensibel und hoch intelligent. Der Andalusier reagiert gut, ist kooperativ und lernt schnell und einfach unter schonender Pflege und Handhabung.

Das andalusische Pferd ist erstaunlich vielseitig und wird zum Springen, Ziehen – sowohl im Freizeit- als auch im Wettkampfbereich -, zum Trailreiten und zum Vergnügen im Western- und Englischen Sattel eingesetzt. Auch für den Einsatz bei Paraden und Ausstellungen ist er hervorragend geeignet. Weil es sanft und sanftmütig ist und den Menschen von Natur aus liebt, ist es das Familienpferd schlechthin.

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